Was will ich eigentlich und warum         bekomme ich es einfach nicht hin .....?


Ballast der Vergangenheit auflösen

 

Viele von uns sind sich der Steine, die sie sich selbst in den Weg legen, indem sie an vergange-nen Ereignissen festhalten, nicht bewusst. Es sind vielleicht Wunden, die nicht heilen wollen und die folglich noch einen destruktiven Einfluss auf die Gegenwart haben. 



 

Vergangenheitsbewältigung – wozu eigentlich?

 

Man könnte meinen, dass es ausreicht, negative Erlebnisse einfach zu verdrängen und sich ganz auf die Zukunft zu konzentrieren. Leider nein, - sie kontrollieren meistens unbemerkt unser Leben und Handeln und verhindern so jede Form der persönlichen Entwicklung.

 

Folgende Ereignisse könnten uns an die Ver-gangenheit binden: negative Erfahrungen im Elternhaus, mit ehemaligen Partnerinnen und Partnern, traumatische Erlebnisse, Krankheit oder Tod eines nahestehenden Menschen, über den man nicht hinwegkommt, eine Trennung vom Partner, oder man hat sich etwas vorgenommen, das man aus bestimmten Gründen nicht mehr schafft, man wird von Schuldgefühlen geplagt oder hadert mit seinem Schicksal, weil man eine private oder berufliche Chance nicht wahrgenommen hat … . 

 

Die Probleme liegen aber nicht alle   in der Vergangenheit, auch in der Gegenwart gibt es oft Situationen, in denen eine Veränderung gut täte, das Vorhaben aber scheitert, weil man einfach nicht dazu in der Lage ist. Anstatt nach vorne zu schauen, beklagen wir ständig vergangene Fehler und Verletzungen, die uns das Leben zugefügt hat.

 

Die Endgültigkeit des Loslassens macht vielen Menschen Angst, denn man weiß nicht, was danach kommt. Es gleicht  einem inneren Abschied. Man fürchtet den Verlust, die innere Leere. Man glaubt, etwas zu verlieren, das man unbedingt benötigt, auch wenn dem nicht so ist. In manchen Fällen ist noch kein „Ersatz“ in Sicht. 

 

Manche Menschen lassen auch aus Bequem-lichkeit diese Erlebnisse nicht los, da sie sich vor den Mühen scheuen, die eine Veränderung dann mit sich bringt. Manchmal lässt man auch nicht los, weil man glaubt, ein Recht auf diese Gefühle zu haben. Aufzuhören das zu fühlen, käme dann einer Niederlage gleich. Doch wenn solche traumatischen Erlebnisse nicht an die Oberfläche kommen und verarbeitet werden, dann versuchen sie, durch körperliche Symptome, Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten "auf sich aufmerk-sam zu machen".

 

"Er hört  nicht auf mich", sprach die Seele zum Körper. Der Körper erwiderte: Warte, ich schicke ihm eine Krankheit, dann hat er Zeit über sich nachzudenken". 

 

Die negativen Folgen des Festhaltens können sich in Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsdefiziten, Depressionen, Panikattacken, innerer Anspannung und psychosomatischen Beschwerden manifestieren, schliesslich sogar in eine Abhängigkeit, eine Sucht führen.

 

Gründe genug, die für ein rechtzeitiges Loslassen sprechen. Aber leichter gesagt, als getan!  Wenn Sie es satt haben, all diese alten negativen Verbindungen, egal ob zu anderen Menschen, Dingen, negativen Gefühlen wie Wut, Trauer, Hass, oder negativen Gefühlen Ihnen selbst gegenüber, mit sich rum zu schleppen, dann können wir gerne loslegen. 


Kann man ein Trauma erben?

Traumatische Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Angst belasten die Psyche und prägen das Erbgut von Menschen. Sie verändern sogar die Gene ihrer Kinder und Enkel und bestimmen deren Leben, Denken und Verhalten.  Es zeigen sich dann von der Grossmutter bis zum Enkel ähnliche Verhaltensmuster. Sie zu durchbrechen ist nicht einfach.


 

Die Epigenetik, ein Teilgebiet der Biologie, beschäftigt sich mit diesem Thema. Neurobiologen von der ETH Zürich entschlüsseln im Fachblatt "Nature Neuroscience",  den molekularen Mechanismus, der dies ermöglicht.

 

Das wesentliche Problem ist üblicherweise, dass Betroffene der zweiten Generation vom Erleben der ersten Generation und ihrer transgenerationalen Traumatisierung nichts wissen. Wenn Eltern in der Lage gewesen wären zu reden, hätten die Kinder vielleicht schneller einen Zusammenhang erkennen können. Eltern versuchen immer, das Bestmögliche für ihre Kinder zu tun, doch es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass Schweigen die zweite Generation schützt. Reaktionen der Eltern – in Worten, Klang der Stimme, Mimik und Verhalten – werden von Kindern als das Normale angesehen und nicht als eine besondere Reaktion auf eine Ausnahmesituation.

 

Es kann auch nur ein Elternteil ein unverarbeitetes Erleben weitergeben, wie zum Beispiel an ehemaligen Soldaten und ihren Söhnen gezeigt werden konnte.

 

Die Forscher entdeckten, dass extremer Stress, feindliche Lebensumstände und Traumatisierungen die Regulation in der Zelle beeinträchtigen. Ein Übermaß an kurzen RNA-Molekülen, den wohl wichtigsten Substanzen für die Umsetzung der genetischen Information, bringt in der Folge nicht nur das zelluläre Gleichgewicht durcheinander, sondern führt auch zu Veränderungen der Nervenfunktion und anderen Störungen.

 

"Schlechte Erfahrungen hinterlassen Spuren im Gehirn, in den Organen und Keimzellen", sagt Mansuy. "Über die Keimzellen werden diese dann weitervererbt."

 

Wie  wichtig ist die Zeit vor der Geburt?

 

Während der Zeit im Mutterleib werden die Weichen für unsere spätere körperliche und mentale Gesundheit gestellt – das ist zumindest das Ergebnis jahrzehntelanger Forschungen des amerikanischen Psychologen Dr. Arthur Janov.

 

 

 

Vor ungefähr 20 Jahren hat die Wissenschaft damit begonnen, den vorgeburtlichen Einfluss auf das ungeborene Kind zu erforschen. Mittlerweile gilt die „pränatale Programmierung“ als bewiesen. Man geht sogar davon aus, dass die Einflüsse aus dem Mutterleib das kindliche Erbgut epigenetisch prägen und entsprechend an die nachfolgenden Generationen weitergereicht werden. 

 

Stress während der frühen embryonalen Entwicklung hat gravierende Auswirkungen auf die Gene. Er führt dazu, dass die (epi-)genetische Codierung jeder einzelnen Zelle sich verändert. In einer Studie des Imperial College in London aus dem Jahr 2007 konnte immerhin nachgewiesen werden, dass die Übertragung eines hohen Cortisolspiegels von der Mutter auf das Kind einen niedrigeren IQ, Ängste, AD(H)S und Depressionen begünstigen kann.  Relativ neu ist die Erkenntnis, dass auch negative Gefühle und dauerhafter Stress während der Schwangerschaft ihre Spuren beim Nachwuchs hinterlassen. In der Schwangerschaft, so Janov, US-amerikanischer Psychologe, gebe die Mutter ein hohes Maß an neurochemischer Information an das heran-wachsende Kind weiter. Ihre Befindlichkeit verursache Schwankungen im Hormonhaushalt, die sich auf das Kind auswirkten. Sei die Mutter beispielsweise nervös, dann verändere sich ihr Hormonhaushalt und die  Kinder reagieren bereits in Uterus empfindlicher auf Stressreize als Kinder mental stabiler Mütter.

 

 

Der Fötus stellt sich nun darauf ein, nach der Geburt die gleichen Bedingungen vorzufinden wie im Mutterleib. Produziert der mütterliche Organismus große Mengen des Stresshormons Cortisol, dann stellt sich das Ungeborene auf eine Welt ein, die furchterregend und bedrohlich ist. Die gesamte kindliche Physiologie und Neurologie passt sich den mütterlichen Schwankungen an. Daher sei die liebevolle Beziehung zwischen Mutter und Kind so wichtig. 

 

https://www.sein.de/vorgeburtliche-praegung-wie-wichtig-ist-die-zeit-vor-der-geburt/

https://www.zeit.de › DIE ZEIT Archiv › Jahrgang 2014 › Ausgabe: 22